Wissenswertes - Geschichte von Mehren - 2 von 5

Nein! Es war eine so genannte Wasserburg, eine Burg des niederen Dorfadels. Ein durchaus festes Gebäude, vom Wasser des Mehrbaches umspült mit Zugbrücke und wahrscheinlich einem kleinen Turm. Der Sage nach soll der Burgherr ein durch und durch redlicher Mann gewesen sein, mit irdischen Gütern aber nicht allzu reichlich gesegnet. Einmal hat sich eine Jagdgesellschaft, lauter Westerwälder Rittersleute und Burgherrn, nach beendeter Jagd bei ihm aus purem Schabernack eingeladen und ihn buchstäblich leer gefressen und gesoffen, also noch ärmer gemacht, als er ohnehin schon war.

 

Hinterher haben die Fressäcke und Saufbrüder sich auch noch über den Gastgeber wider Willen lustig gemacht. Zur Strafe dafür gehen sie nachts auf dem Gelände, wo die Burg gestanden hat, um. So erzählt es die Sage. Ältere Dorfbewohner wissen sich zu erinnern, dass noch zu Anfang des letzten Jahrhunderts Mauerreste und Gestein zu sehen waren. Heute ist alles dem Erdboden gleichgemacht und längst Gras darüber gewachsen. An die Burg erinnert nur noch eine Eintragung in der

 

Flurkarte beim Katasteramt Altenkirchen:  Flur 1 "In der Burgwiese".

 

Die Antwort auf die Frage nach dem Alter des Dorfes wird immer nur ein Achselzucken, mit "wer weiß". sein können.,, Mihr" wird, wie auch andere Dörfer, eine keltische Gründung sein, was nicht besagen soll, dass vorher nicht schon andere Völker hier gehaust haben. Nach den Kelten kamen die Germanen. Über sie wissen wir am meisten von den Franken, die als unsere Vorfahren gelten, ein Zusammenschluss mehrerer freier Germanenstämme.

 

Im 8. Jahrhundert sind die Westerwälder Franken zum Christentum bekehrt worden. Einige Historiker vertreten die Ansicht, dass das schon etliche Jahrhunderte früher geschehen sei. Wann es auch immer gewesen sein mag, die Wotangläubigen Mihedscher werden der neuen Lehre zunächst abwartend und wohl auch misstrauisch gegenüber gestanden haben

 

Und die erste Kirche in Mehren? Sie ist, so wird angenommen, zur Zeit der fränkischen Karolinger (768 - 843) als kleine Holzkirche errichtet worden.

 

Man könnte sich vorstellen, dass die störrischen Mihedscher solch einen Holzbau hin und wieder aus heidnischer Bosheit in Flammen aufgehen ließen. Im 12. Jahrhundert ist dann die erste massive Kirche aus Steinen gebaut worden. Teile von ihr sollen sich noch an der jetzigen befinden.

 

Aus der Zeit vor der Reformation ist nicht allzu viel bekannt. Anno 1406 wird ein Herr Rorich Henrici de Meerne (von Mehren), Priester der Diözese Köln, genannt. Richter zu Mehren waren im 15. Jahrhundert Teilgin von Fiersbach 1430, Henne Dunst von Mehren 1431-1440 und Hyntze von Hemmelzen 1492.

 

Das ,,de" bzw. "von" bedeutet nicht, dass diese Männer etwa ,,blaues Blut" in den Adern gehabt hätten. Nein! Es hätte ebenso gut aus Meerne (Mehren), aus Fiersbach und aus Hemmelzen heißen können. Hyntze von Hemmelzen (damals Hemmelhusen genannt) muss ein tüchtiger Mann gewesen sein, denn ,,zu miz Winter am Johanadach", also mitten im Winter, am 27. Dezember 1491, verpachtete ihm die gräflich-saynische Verwaltung die Mühle zu Nutershausen, d. i. das heutige Neitersen.

 

 

zurück
weiter