Frauenchor Mehren - Geschichte - 1 von 15

 

Aus der Chor-Geschichte

 

Armut, und die sich daraus ergebende Genügsamkeit führten zu einer Zufriedenheit, welche die Westerwaldbewohner schon immer auszeichnete. Höhepunkt der Armut waren die Stunde-Null und die ersten drei Jahre nach dem durch einen Irren heraufbeschworenen, mörderischen und verbrecherischen Krieg, der zum Zeitpunkt der größten Vernichtung im Jahre 1945, Gott sei es gedankt, sein Ende fand.


Nachdem das "1000-jährige-Reich" nach 12 Jahren sein unrühmliches Ende gefunden hatte, folgten Jahre der Verzweiflung der Ratlosigkeit, der Rationierung, der Lebensmittelkarten und der Leere. "Hamsternde" und auf dem "Schwarz-Markt" tauschende Menschen aus den zerstörten Ballungsgebieten waren täglich bei uns in den Dörfern zu sehen.

Deutschland wurde von Militärregierungen beherrscht - bei uns war es die französische - es gab
stetige Überwachungen, Kontrollen und nächtliche Ausgangssperren.


In Zeiten größten Elendes und größter Verzweiflung suchen Menschen nach Hilfe und Trost, der dann bei dem Gott, den viele jahrelang nicht mehr kennen wollten, gesucht und sicher auch gefunden wurde. Jedenfalls traf man sich wieder im sonntäglichen Gottesdienst. Man brauchte nicht mehr zu befürchten, dass Späher und Spitzel die Besucher und den Pfarrer beobachteten und ihnen Schwierigkeiten hätten machen können.

 

Die Zeit einer folgenschweren Verleumdung war endgültig vorbei. Hier war es dann auch, wo sich bereits im Jahre 1948, also ein Jahr vor der Wiedergründung des Chores, Frauen und Männer aus dem ganzen Kirchspiel Mehren, an den Chorgesang vergangener Jahrzehnte erinnerten und beschlossen, zum Weihnachtsfest 1948 chorisch am Gottesdienst mitzuwirken.

 

Man traf sich einige Wochen vorher zu Proben im Pfarrhaus, übte fleißig unter dem Schulleiter Ernst Pfeiffer und trat in loser Vereinigw1g erstmals öffentlich auf. Scheinbar wurde der Auftritt ein Erfolg der Gottesdienstbesuchern und Sängern gefallen hatte, denn schon im darauffolgenden Jahr 1949 fand man sich zur Gründung des Chores im Pfarrhaus wieder zusammen. In der ersten Niederschrift dazu heißt es, dass sich " .... sangesfreudige Männer und Frauen" im Pfarrhaus in Mehren zur Chorgründung einfanden.


Da man mit weihnachtlichem Gesang in der Kirche begonnen hatte, lag es nahe, die erste Chorvereinigung als Kirchenchor zu gründen, und so geschah es dann auch. Als erster Vorsitzender wurde der Ortspfarrer Heinrich Pfaff gewählt, dem Hermann Lichtenthäler aus Adorf als 2. Vorsitzender zur Seite stand. Schriftführer wurde Emil Krämer aus Fiersbach, Kassiererin Elfriede Birkenbeul, Notenwartin Inge Müller, beide aus Mehren.

 

Chorleiter wurde der Schulleiter Ernst Pfeiffer) der bereits seit 1920 in Mehren wohnte und den Vorgängerchor
"Quartettverein Echo" geleitet hatte. Vor diesem "Quartettverein"gab es den Männerchor "Liedertafel" und davor bestand bereits seit 1887 der "Gesangverein Mehren", wie im Landesarchiv in Koblenz nachzulesen ist.

 

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