Feuerwehr - Bericht über Einsatz am 28.09.2003

 

28.09.2003

 

Fünf Feuerwehren aus den Verbandsgemeinden Flammersfeld und Altenkirchen waren bei einem Wohnhausbrand in Orfgen in der Nacht von Sonntag auf Montag im Einsatz. Bürgermeister Josef Zolk lobte die außerordentlich gute Zusammenarbeit der Löschzüge.

 

Die Nation hatte es sich in den Sesseln gemütlich gemacht um das große Spektakel der Formel eins mit zu erleben. So auch die Anwohner des Hofacker 17 in Orfgen und die Männer der freiwilligen Feuerwehr Löschzug Flammersfeld, als kurz vor 19,30 Uhr plötzlich die Sirenen jaulten und die „Feuerkämpfer“ zum Einsatz riefen. „ Feuer in Orfgen – Im Hofacker - ein Pferdestall brennt“.

 

Feuerwehreinsatz FFW MehrenIn wenigen Minuten sind die drei Löschfahrzeuge des Flammersfelder Löschzuges vor Ort. Im hinteren Teil der Scheune brennt es neben dem großen Scheunentor, Flammen züngeln durch ein Fenster. Die Feuerwehrmänner ersticken die Flammen mit dem ersten Angriff.

 

Ein Atemschutzträgertrupp geht ins Gebäude und erstickt dort die noch aufflammenden Glutnester. Deckenbalken und schwere Holzträger sowie der Bohlenbelag, das Meiste wurde erst kürzlich neu eingebaut, sind vom Feuer gezeichnet, schwarz verrußt.

 

Das schnelle Eingreifen der Feuerwehr hat das Feuer sich nicht entfalten lassen. Brett für Brett untersuchen die Wehrmänner und ertränken das Holz im Wasser. Der Atemschutzträgertrupp begeht die gesamt Bodenfläche, die völlig frei ist, und kontrolliert ob sich irgendwo noch ein Anzeichen von Glut oder Funkenflug befindet.

 

Eine Stunde später, nach nochmaliger Überprüfung der Brandstelle hat der Löschzug seine „sieben Sachen“ wieder gepackt und rückt ab. Im Feuerwehrgerätehaus richten die Wehrmänner die Gerätschaften wieder her, Füllen den Wassertank im Löschfahrzeug wieder auf.


Feuerwehreinsatz FFW MehrenSeit der ersten Alarmierung regnet es in Strömen, die Männer entledigen sich der nassen Textilien und machen es sich im Mannschaftsraum vor dem Fersenseher gemütlich.

 

Die Siegerehrung ist gerade vorbei als die Sirenen wieder aufjaulen. „Feuer an der gleichen Stelle in Orfgen“.

 

Die Wehrleute sehen sich verdutzt an, springen in die Klamotten und rauschen mit ihren gerade wieder aufgetankten Fahrzeugen gen Orfgen.

 

 

Vier Minuten sind vergangen als sie in Orfgen eintreffen. Der gesamte Dachstuhl des Stallungsgebäudes steht in hellen Flammen die Meterhoch in den schwarzen Nachthimmel stechen und die Regentropfen wie fallende Kristalle erscheinen lassen. Der Wehrführer Cornelius lässt noch während des Absitzens durch die Polizei Altenkirchen die Löschzüge Oberlahr, Mehren und Neitersen nachalarmieren.

 

Das Feuer ist bereits im Begriff sich in das unmittelbar anschließende Wohngebäude zu fressen. Bereits bei anderen Einsätzen hat man in Flammersfeld auf die Löschzüge der Verbandsgemeindefeuerwehr Altenkirchen zurückgegriffen. Die Löschzüge Mehren, Neitersen und auch Weyerbusch liegen in unmittelbarer Nähe der Grenzen der Zuständigkeitsbereiche, sind im Ernstfall in wenigen Minuten zur Stelle, wie auch am Sonntagabend. Mehren braucht nur über den Berg, knapp zwei Kilometer, Neitersen hat auch gerade man vier Kilometer zu überwinden. Oberlahr liegt da schon etwas weiter weg, ist aber auch noch in kurzer Zeit zur Stelle.

 

Das Stallungsgebäude ist zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr zu retten. Die Dachdeckung fliegt durch die Gegend und gefährdet die Einsatzkräfte. Das DRK Altenkirchen wird alarmiert und versorgt vor Ort die Bewohner des Brandobjektes. Die Löschzüge Flammersfeld, Mehren und Oberlahr verhindern aus allen Rohren das Übergreifen des Feuers auf das Wohngebäude. Die Hitze hat bereits die Trennwand und die Dachhaut stark beschädigt.

 

Tiere befinden sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Gebäude, die Pferde standen auf der Koppel.

Bürgermeister Josef Zolk und der stellvertretende Wehrleiter der Verbandsgemeindefeuerwehr Flammersfeld Herbert Nell sind vor Ort und lassen sich informieren. Problemlos läuft der Einsatz ab, die Löschzüge verstehen sich fast blind. Der Aufbau der Wasserversorgung läuft reibungslos.

 

Die Angrifftrupps erhalten ihre Positionen. Andere Trupps sind damit beschäftigt mit den mitgeführten Lichtanlagen den Einsatzort auszuleuchten.

 

Feuerwehreinsatz FFW MehrenAls die Flammen erstickt waren gingen wieder drei Atemschutzgeräteträgertrupps in das Stallungsgebäude vor und löschen das Feuer im Inneren.

 

Ein weiterer Trupp nimmt in den beiden Obergeschossen des Wohngebäudes die Sicherung vor. Zur Auffüllung der Atemschutzgeräte wird der zuständige Trupp des Altenkirchener Löschzuges alarmiert.

 

Der Stromlieferant hatte inzwischen die Zuleitung zum Anwesen still gelegt.

 

Die Kripo in Betzdorf wurde informiert und schickte einen Beamten nach Orfgen, der gegen Mitternacht seine Tätigkeit aufnahm als die Löscharbeiten abgeschlossen waren.

 

Die Einzelnen Wehren räumen ihre Gerätschaften zusammen und melden sich ab. Flammersfeld bleibt mit sechs Mann vor Ort. Die Wehrmänner mussten nicht nur den Brand bekämpfen und ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude verhindern sondern auch noch verhindern dass die Bewohner des Anwesens nicht in Gebäude gingen. Eine weibliche Person erhielt beruhigende Medikamente, war aber dennoch weiterhin sehr aufgebracht und versuchte weiterhin ins Gebäude zu kommen.

 

Die Wehrmänner versuchten mit viel Gefühl und Rücksichtnahme die Frau davon zu überzeugen dass es zu ihrer eigenen Sicherheit diene. Erst als die Polizeibeamten nach mehreren gefühlvollen Versuchen etwas energischer Auftritt gibt es etwas Ruhe bei der Frau. Sie sucht dennoch immer wieder unter dem Vorwand verschiedener Gründe ins Gebäude zu kommen. Die Kripo sperrt das Gebäude zur Sicherung von Spuren nachdem der Beamte mit dem Besitzer, dem Einsatzleiter und Bürgermeister Zolk eine erste Begehung vorgenommen und sich die Sachlage von den beiden Partei hat schildern lassen.

 

Für die Feuerwehrmänner war es unerklärlich wie der Brand hatte neu ausbrechen können. Die Kripo Betzdorf setzte auch am Wochenanfang ihre Ermittlungen zur Brandursache fort. Die Nachbarschaft war ebenfalls in dieser Nacht hilfsbereit, versorgte die Einsatzkräfte mit frischem Kaffee und Schnittchen. – wwa –

Fotos: Wachow

 

 

 

zurück